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Kreisjagdverband: „Volle Breitseite auf Minister Brunner“

Kirchasch - Die Waidmänner im Landkreis kritisieren den Landwirtschaftsminister. Der Verband fordert, den „fahrlässigen" Abschuss von Wild als Ordnungswidrigkeit verfolgen

 

 

Stimmungsvolle Eröffnung: Die Jagdhornbläser musizierten zu Beginn der Jahreshauptversammlung. foto: seidel

Die Jagdkultur mit Hege und Pflege will der Kreisjagdverband besser herausstellen, hat aber mit Gesetzesänderungen in Berlin und München zu kämpfen. Mehr als 150 der 549 Mitglieder am Freitag an der Jahreshauptversammlung im Gasthaus Bauer in Kirchasch teil. Eines der Probleme sprach Vorsitzender Dr. Thomas Schreder gleich zu Beginn an: die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, dass Grundstückseigentümer nicht verpflichtet werden dürfen, die Jagd auf ihrem Land zu dulden.

Bei der gerade verabschiedeten Jagdgesetznovelle des Bundestags, so berichtete CSU-Abgeordneter Max Lehmer in seinem Grußwort, habe man allerdings erhebliche Hürden eingebaut. So sei der Ausstieg des Grundeigentümers aus ethischen Gründen durch eine Eidesstattliche Versicherung zu erklären. Schutzwürdige Interessen wie Hege, Tierschutz und Einhaltung des Tierseuchengesetz gehen in seine Verantwortung über und sind nicht Angelegenheit umliegender Jagdvereinigungen. Der Formulierungsvorschlag „Ausschlussfläche“ statt „Befriedeter Bezirk“ sei jedoch zu spät genannt worden.

Als positiv für die Jäger bezeichnete Lehmer, dass man weitere Änderungen aus der Novelle herausgehalten habe, etwa das Fütterungsverbot in Notzeiten oder die Verlängerung der Jagdzeiten. Diese könnte sich durch die von Staatsminister Helmut Brunner erklärte „Entkriminalisierung des fahrlässigen Rehbockabschuss im Einzelfall“ einschleichen, kritisierte Schreder.

Abschüsse sollen in der Zeit vom 16. Oktober bis zum 15. Januar nicht mehr als Ordnungswidrigkeit verfolgt werden. In Bayern gab es im vergangenen Jahr 25 Fälle, wobei nur vier geahndet wurden. Während der Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten kein öffentliches Interesse sieht, ging der Bayerische Jagdverband auf die Barrikaden, und es gab „eine volle Breitseite, die auf Brunner zukam“, so Schreder. „Fahrlässigkeit in Bezug auf Waffen darf es nicht geben“, erklärte der Vorsitzende, „egal, auf was man schießt“.

Die Diskussion störe zudem auch das Bild in der Öffentlichkeit. Dem Jäger gehe es nicht allein um Bejagung, sondern mit dem Jagdrecht verbunden um die Hege. MdL Jakob Schwimmer (CSU) nannte Brunners Entscheidung „nicht ganz weitsichtig genug“. Vize-Landrat Max Gotz gab in seinem Grußwort zu bedenken, „dass man nicht erwarten kann, dass in unseren Parlamenten lauter Experten und Fachleute sitzen“. Aber statt eine öffentliche Debatte loszutreten, „die nur emotional geführt wird“, hätten sich die Jäger besser an den Senat gewandt. Abschließend bat Oberbürgermeister Gotz, die Jäger sich mehr an der Diskussion zur Energiewende zu beteiligen, denn die Windkraft sei eine „außerordentliche Beeinträchtigung der Jagd“.

 

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