Kreisjagdverband Erding e.V.
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Jäger retten Kitze

München, 14. Mai. 2009

In diesen Tagen kommen im Landkreis Erding die ersten Rehkitze auf die Welt. Gleichzeitig hat die diesjährige Ernte der Grassilage begonnen. Dadurch sind die frisch geborenen Kitze stark gefährdet, denn die Wiesen, in denen die Rehgeiß ihre Kitze verstecken will, werden gemäht. Die schnellen und sehr breiten Kreiselmähwerke lassen den kleinen Tieren keine Chance und es kommt oft zu schrecklichen Verstümmelungen der Jungtiere.

Die Jäger des Kreisjagdverbandes Erding (KJV) bitten darum die Landwirte um Hilfe beim Kampf gegen den Mähtod. Dafür gibt es einige bewährte Mittel: An manchen Mähwerken sind Mähretter angebracht, welche die Kitze aufscheuchen sollen. Auch Wildscheuchen können helfen. Das sind Papier- oder Plastiksäcke, die einen Tag vor dem Mähen auf den Wiesen aufgestellt werden. Die Rehgeiß wird dadurch beunruhigt und verlässt mit ihren Kitzen die Wiese. Den selben Zweck erfüllen alte Kofferradios oder Wecker in den Wiesen oder ein aufdringliches Parfüm, das mit Papiersteifen über die Wiese verteilt wird.

"Weis der zuständige Jagdpächter Bescheid, kommt er in der Regel auf die Wiesen und bringt diese Abwehrmaßnahmen rechtzeitig vor dem Mähen an. Der Jäger kann auch mit seinem Jagdhund die Wiese absuchen und dadurch mit viel Glück die kleinen Kitze finden." so KJV Vorsitzender Thomas Schreder.  Vorsichtig werden die Rehkitze dann in Sicherheit gebracht. Wichtig dabei ist, dass der Jäger das Tier nicht direkt berührt, der fremde Geruch würde dazu führen, dass die Kitze von dem Muttertier nicht mehr angenommen werden und verhungern müssten. Moderne Suchmethoden wie zum Beispiel Infrarotsensoren, welche Kitze auffinden können, sind momentan noch in der Entwicklung. Der Appell der Jäger richtet sich an die Jagdpächter, um gemeinsam den grausamen Kitztod zu vermeiden.

Wenn es gelingt, das Ausmähen der Kitze zu verhindern, ist das auch von Vorteil für den Landwirt. Der Kadaver eines getöteten Tieres kann unbemerkt in die Silage gelangen und dort eine, durch verdorbenes Fleisch verursachte Vergiftung, den sogenannten Botulismus, hervorrufen. Botulismus ist eine für die Tiere im Stall lebensbedrohliche Vergiftung, die von Botulinumtoxin, einem unter Luftabschluss vom Bakterium Clostridium botulinum („botulus“ ist das lateinische Wort für Wurst) produzierten Giftstoff, verursacht wird.


 

Gefundene Kitze sollten nicht gestreichelt oder mit der blanken Hand angefasst werden, wenn sie in Sicherheit gebracht werden. Franz Streibl, Leiter der Hegegemeinschaft Dorfen bei der Kitzrettung.

 

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